Villa Jordaan / Haus Rothenberge

Villa Jordaan Haus Rothenberge

Villa Jordaan Haus Rothenberge

Schon von weitem ist die wunderschöne Villa Jordaan (auch Haus Rothenberge genannt) auf der Spitze von Rothenberge (ca. 95 Meter über NN) zu sehen. Die strahlende Farbe gibt ihr bei den Einheimischen der Region auch den Namen "Die gelbe Villa". Auf einem Schild am Hauseingang steht, dass die Villa in den Jahren 1920/21 erbaut wurde (siehe nächstes Foto). Abweichend dazu schreibt der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) auf einer eigens für dieses Objekt eingerichteten Internetseite, dass die Villa Jordaan erst 1923-25 nach den Plänen des Architekten Alfred Hensen aus Münster errichtet wurde.

Die Villa geht zurück auf Engelbertha A. Jordaan und Jan Jordaan. Auf der oben bereits erwähnten Internetseite des LWL heißt es, dass Engelbertha A. Jordaan als Bertha van Heek im Jahr 1876 zur Welt kam. Sie wurde geboren als Tochter eines Textilfabrikanten, der es mit Niederlassungen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zu einem Vermögen gebracht hat. Ihr Mann Jan Jordaan wurde als Sohn eines Spinnereidirektors aus Gronau (ca. 20 Kilometer von Rothenberge entfernt) im Jahre 1863 geboren. Er leitete später die Jordaan´sche Privatbank in Paris und wird im Artikel des LWL als vermögend bezeichnet.

Die Villa Jordaan in Rothenberge diente Bertha Jordaan als Sommersitz fernab von Paris. Nach ihrem Tod im Jahr 1960 ging der Nachlass des Ehepaares Jordaan an die Bertha-Jordaan-van-Heek-Stiftung (Anerkennungsdatum: 13.05.1960, Quelle: Stiftungsverzeichnis NRW). Die Stiftung hat ihren Sitz in Welbergen in unmittelbarer Nähe zum Haus Welbergen, das ebenfalls der Stiftung gehört und nicht zuletzt aufgrund seiner Jahrhunderte überdauernden Geschichte so beeindruckend ist, dass es einer eigenen Seite bedarf, um darauf näher einzugehen.

Seit 1962 dient die Villa Jordaan als Gäste- und Seminarhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (Quelle: LWL). Beeindruckend ist nicht nur der Blick hin zur Villa Jordaan, sondern auch das Panorama, das sich einem Betrachter bietet, der seinen Blick von der Terrasse des Hauses über die Weite des Umlandes schweifen läßt. In süd-östlicher Richtung liegt der Ort Wettringen, der durch die weißen Dächer und Fassaden einiger Gewerbebetriebe, sowie den Kirchturm von St. Petronilla hervorsticht. In süd-westlicher Richtung ist der Kirchturm von Welbergen zu sehen. Bei guter Sicht reicht der Blick bis zum Schöppinger Berg.

Folgt man dem Weg, der unterhalb der Villa Jordaan verläuft, so sieht man in westlicher Richtung die Stadt Ochtrup liegen und in östlicher Richtung die beiden auffälligen Kirchtürme von St. Anna in Neuenkirchen sowie im Hintergrund das Kraftwerk von Ibbenbüren. Entlang der Orte Neuenkirchen, Wettringen, Welbergen, Ochtrup verlief bis in die 1980er Jahre eine Eisenbahnstrecke. Zur Zeit Bertha Jordaans muss es beeindruckend ausgesehen haben, als noch Dampflokomotiven über diese Strecke fuhren und Rauchschwaden zwischen den Bäumen aufstiegen, die die Bahnstrecke umgeben. Ob Bertha Jordaan diese Eisenbahnstrecke auch benutzt hat und an welchem Bahnhof sie gegebenenfalls ein- und ausgestiegen ist, ist mir leider nicht bekannt, aber vielleicht lässt sich das noch in Erfahrung bringen...

Bilder der Villa Jordaan / Haus Rothenberge

 

Anfahrt und Lage der Villa Jordaan / Haus Rothenberge

 

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